Machen Kinder glücklich?

Und wenn ja, wann?

Text und Bild: Sophie Blady

Glücklich.jpg

… wenn sie am Sonntagmorgen bereits um 5:30 Uhr die Nacht für beendet erklären und fröhlich „Mama aufstehen, wir wollten doch heute das Planschbecken im Garten aufstellen!“ ins Schlafzimmer krähen; oder wenn sie beim Small Talk mit der Nachbarin taktvoll konstatieren: „Mamaaa, komm jetzt endlich, die Frau Müller mögen wir doch eh nicht, die stinkt immer so nach Katzenpipi!“ Kinder sind ehrlich, laut und erbarmungslos, sie bringen uns zum Lachen, treiben uns in den Wahnsinn und öffnen uns die Augen – aber machen sie tatsächlich glücklich?

Kinder? Ja, nein, äh vielleicht…

„Nach einer 2007 veröffentlichten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach wollten nur acht Prozent der 25- bis 59-jährigen Frauen und Männer in Deutschland explizit keinen Nachwuchs“, so der Spektrum. Eine sehr geringe Zahl, wenn man mal bedenkt, dass rational gesehen fast alles gegen Kinder spricht: Das hippe Pop-up Café um die Ecke ist viel zu eng für den neuen Bugaboo, die Arbeitskollegen verdrehen die Augen, weil in der Kita schon wieder Magen Darm die Runde macht und Kollegin Mama innerhalb von zwei Monaten zum dritten Mal ihre kranken Kinder zu Hause pflegen muss und ganz zu schweigen von den Brüsten, die ohne BH auch irgendwo auf halb acht hängen. Trotz alledem entscheiden sich früher oder später doch die meisten Paare für Kinder und Familie.

Glücksmomente

Und das ist gut so, denn Kinder sind so viel mehr als stinkende Windeln, Karrierekiller oder Geschrei. Sie weisen uns auf die kleinen Dinge im Leben hin, beobachten stundenlang eine Katze, die in der Sonne ihre Barthaare säubert; lassen uns Altbekanntes ganz neu entdecken, wenn sie sich glucksend zum ersten Mal in den Schnee werfen und kurz darauf merken, wie kalt und nass die weißen Flocken in Wirklichkeit sind, wenn sie auf der zarten Haut zu Wasser schmelzen. Sie lehren uns den Moment zu leben, wenn sie die ersten Schritte wagen und von der Haustür bis zum Auto eine halbe Stunde nach rechts und links tingeln, weil sie so viel entdecken, berühren und ausprobieren müssen; und sie geben uns das wohlige Gefühl, dass alles, was wir uns im Leben aufbauen nach dem eigenen Fortscheiden weiter besteht. Kurzum: Das Leben scheint plötzlich einen greifbaren Sinn zu haben – ein Gefühl, das viele Menschen erst mit der Geburt ihrer eigenen Kinder konkret wahrnehmen.

So sieht’s aus!

Es gibt so viele Glücksmomente, die ich tagtäglich mit meinen Kindern erlebe, dass ich sie gar nicht alle aufzählen könnte. Und trotzdem hätte ich nie gedacht, wie anstrengend es manchmal ist, eine „gute Mutter“ zu sein, wie viel Arbeit, Alltag und Good mood diese wahnsinnig spannende Aufgabe erfordert. Kein Wunder, denn eins sollten wir nicht vergessen: Unsere Kinder sind nicht dafür da uns glücklich zu machen – das müssen wir schon alleine hinkriegen.

Was sind eure größten Glücksmomente mit euren Kindern?
Wann wart ihr das letzte Mal richtig stolz?
Und was lässt euch verzweifeln?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s