RückBlick // Mein erster offizieller Termin als Mutter: Babymassage und Rückbildung

Schweißgebadet verlasse ich mit meinem schreienden Kind vor circa eineinhalb Jahren den Kursraum des Geburtshauses in Düsseldorf. Das war also mein erster offizieller Termin als Mama: Rückbildung mit Babymassage. Eine super Kombination dachte ich – damals, als ich noch schwanger war und den Kurs gebucht hatte. So richtig super war allerdings gar nichts, merkte ich bereits in der ersten Stunde.

Timing ist alles: Babymassage und Rückbildung steht heute auf unserem Programm

Die überforderte Mutter mit dem Schreikind
Als ich fünf Minuten zu spät mit meinem selig schlafenden Kind den Kursraum in der ersten Etage des Geburtshauses betrete, scheint noch alles nach Plan zu laufen: Bereits in der Tür steigt mir ein süßlicher Duft von Hagebuttentee in die Nase, leise Musik dudelt aus einer kleinen Kompaktanlage auf der Fensterbank und in der Mitte: ein Kreis aus Yogamatten und Stillkissen. Einige Mütter haben es sich schon mit Maxi-Cosi und Wickeltasche gemütlich gemacht. Obwohl sie sehr beschäftigt wirken, nicken sie mir wohlwollend zu, als ich den Raum betrete und mir rechts außen eine blaue Matte mit einem rosa-grün geblümten Stillkissen aussuche. Dann die Vorstellungsrunde: „Das ist Minna, sie ist drei Monate alt und schläft seit gestern durch. Ich bin ganz stolz auf die kleine Maus“. Na toll, das fängt ja schon mal gut an, denke ich und reibe mir die verquollenen Augen. Meine Nacht war nämlich nicht so der Bringer. Dann bin ich dran, und prompt fängt der Kleine an zu brüllen, als hätte ihn jemand aufgezogen. Ich laufe rot an und versuche mein Kind zu beruhigen und mich gleichzeitig vorzustellen. Klappt super, Ihr könnt Euch vorstellen, wie souverän ich dabei wirke. Abgesehen davon hört mir sowieso niemand wirklich zu, dafür durchbohren mich jede Menge besorgte, äußerst mitfühlende Blicke. Es dauerte keine zwei Sekunden – und schon die ersten gut gemeinten Ratschläge: „Hast du es schon mal mit Pucken versucht? Dein Kind wirkt etwas unausgeglichen“. Pucken? Hatte ich irgendwo mal gelesen, aber anscheinend in die „nicht-wichtig-Schublade“ abgelegt. Ich konnte mich nämlich nur noch vage daran erinnern, dass es mit dem Einwickeln von schreienden Kindern zu tun hatte. Das kam mir von Anfang an irgendwie suspekt vor. Eine überangagierte Mutter mit roten Locken lässt ihr eigenes Kind selbstlos auf dem Stillkissen zurück und eilt mir sofort zu Hilfe, um mich in die hohe Kunst des Puckens einzuführen. Die Folge: Der Kleine schreit noch lauter und ich brauche mich nicht mehr vorzustellen, da mich nun mit Sicherheit jeder in diesem Kurs kennt: Die überforderte Mutter mit dem Schreikind.

Heute ist alles anders – oder doch nicht?
Heute weiß ich zum Glück, dass ich die Situation viel schlimmer wahrgenommen hatte, als sie tatsächlich war: Welche Mutter ist nicht schon mal in aller Öffentlichkeit in den Genuss einer ausgedehnten Schreiarie gekommen – sei es an der Supermarktkasse, in der Bahn oder im Café? In das Vergnügen komme ich sogar heute noch manchmal, auch wenn mein Sohn eigentlich ein ganz entspanntes Kerlchen ist und mit seinem Charme alle um den Finger wickelt. Was wiederum zur Folge hat, dass er in jedem zweiten Laden etwas zu Essen angeboten bekommt und in seinem Kinderwagen zufrieden vor sich hinmümmelt. Aber zurück zu meinem Rückbildungskurs: Die nächste Stunde verlief zum Glück wesentlich entspannter und ich habe den Kurs tatsächlich bis zum Ende besucht. Eine gute Entscheidung, da ich viele nette Mütter dort kennengelernt habe, mit denen ich mich sogar heute noch treffe.

Fotos und Text: Sophie Blady

2 Kommentare zu “RückBlick // Mein erster offizieller Termin als Mutter: Babymassage und Rückbildung

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